Gartenpflanze des Monats September: Die Hauswurz

Die unverwüstliche Hauswurz wächst dort, wo es kaum eine andere Pflanze aushält. Sie erträgt Hitze, Trockenheit und Kälte problemlos und behält auch im Winter ihre Blätter. Wer einmal das Dickblattgewächs für sich entdeckt hat, kommt so schnell nicht mehr von ihm los, denn bei über dreitausend Sorten gibt es immer etwas Neues zu entdecken.

Im Volksglauben sagte man ihr magische Kräfte nach. So galt sie als sicherer Schutz vor Blitzschlag. Karl der Große verordnete sogar, dass jeder Bauer auf seinem Dach eine solche Pflanze haben müsse. Die Dach-Hauswurze waren aber nicht nur Blitzableiter, sie hielten auch Stroh- und Reetdächer sowie Mauerkronen zusammen.

 


Staude Sempervivum Hauswurz - Blumenwelt Hödnerhof

Eine Wirksamkeit gegen zahlreiche Krankheiten wurde der Pflanze ebenso nachgesagt. Pfarrer Kneipp riet, einen Tee aus Dach-Hauswurz bei Magengeschwüren, Übelkeit und zur Blutreinigung einzunehmen. Auch heute noch ist die sogenannte Aloe vera des Nordens als Heilpflanze beliebt: Der frische Saft soll eine kühlende, schmerzstillende, entzündungshemmende und wundheilende Wirkung haben.

 

 

Vielfältige Verwandlungskünstlerin

Wer einmal Gefallen an der Hauswurz gefunden hat, wird schnell zum leidenschaftlichen Sammler, denn die Arten- und Sortenvielfalt des robusten Dickblattgewächses ist riesig. Bisher sind über 3000 Sorten beschrieben.

Bemerkenswert ist das Farbspiel der Hauswurze im Jahresverlauf. Die meisten Blattrosetten zeigen die schönsten Farben im Frühling, wobei die rötlichen Töne dominieren. In der Sommerhitze werden die Farben blasser und im Herbst sind die meisten Rosetten grünlich gefärbt. Den größten Einfluss auf die Färbung hat aber die Höhenlage. Je höher der Standort, desto intensiver und leuchtender sind die Farben. Neben den vielgestaltigen Rosetten zeigen die Hauswurze im Sommer auch attraktive Blüten in verschiedenen Rot-, Rosa-, Gelb-, Creme- und sogar Weißtönen.

 

 

Standort und Verwendung

Die robuste Hauswurz liebt die Sonne. Ist es zu schattig, verliert sie ihre typische Form und streckt sich in Richtung Licht, die Pflanze bildet weniger Tochterrosetten aus und blüht nicht. Hauswurze eignen sich hervorragend für Steingärten, Dachflächen, Mauerfugen und Mauerkronen. Auch Tuff- und Kalksteine können in ihren Höhlungen und Vertiefungen ausgezeichnet mit verschiedenen Hauswurz-Arten und Sorten bepflanzt werden.

Selbstverständlich kann man Hauswurze auch in verschiedenste Gefäße setzen, wie Töpfe aus Ton oder Terrakotta, Emailgeschirr, Blechbüchsen oder sogar alte Holz- oder Lederschuhe. Man muss aber unbedingt dafür sorgen, dass das Wasser abziehen kann, denn Staunässe verträgt das Dickblattgewächs nicht. Füllen Sie in das Pflanzgefäß mit ausreichend Abzugslöchern zuerst eine Lage Kies oder Blähton ein. Damit die Löcher später nicht verschlämmen, decken Sie diese Dränschicht am besten mit einem Stück Vlies ab. Die Abzugslöcher können auch durch Tonscherben gesichert werden.

 

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